Innovative Windenergieprojekte
Publiziert: September 2026
Diese Seite stellt konkrete Projekte vor, die durch Innovationen in Umwelt, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit überzeugen.
Erste Windenergieanlage mit emissionsreduziertem Stahlturm
Publiziert: September 2026
Enercon stärkt den Umwelt- und Klimaschutz bei der Herstellung seiner Produkte und erweitert sein Produktportfolio um eine Grünstahl-Option für alle Turmmodelle mit Stahlkomponenten. Möglich wird dies durch Partnerschaften von Enercon mit Stahlproduzenten, die auf emissionsreduzierte Produktionsprozesse und den erhöhten Einsatz von recyceltem Stahl setzen.
Die erste Enercon-Windenergieanlage mit einem emissionsreduziertem Hybrid-Stahlturm wurde kürzlich im Windpark Diepholzer Bruch (Deutschland) errichtet. Sie ist eine der ersten Onshore-Windturbinen in Europa und die erste in Deutschland mit einem Turm aus emissionsreduziertem Stahl. Dieser entstand in Zusammenarbeit mit der Salzgitter AG-Tochter Ilsenburger Grobblech GmbH, die durch den Einsatz von recycelten Rohmaterialen, Elektrohochhöfen und Grünstrom die CO2-Emissionen bei der Produktion des Turmstahls um mehr als 70 Prozent senken konnte.
CO2-Fussabdruck reduzieren und Umweltbilanz verbessern
«Mit der Grünstahl-Option bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, nachhaltig zu handeln, indem sie ihren CO2-Fussabdruck reduzieren und ihre Umweltbilanz verbessern. Grüner Stahl wird oft aus recyceltem Material hergestellt und ist selbst vollständig recyclebar. Dies trägt zur Kreislaufwirtschaft bei und senkt den Bedarf an neuen Rohstoffen», erklärt Maria Brand, Tower Product Managerin bei Enercon. Unterschiede in Festigkeit, Stabilität und Langlebigkeit gibt es nicht. «Unsere Qualitätsansprüche an emissionsreduzierte Stahltürme sind dieselben wie für herkömmlich produzierte Türme», so Maria Brand.
«Stahl gewinnt im Turmbau von Windenergieanlagen zunehmend an Bedeutung. Steigende Turmhöhen mit grösserem Turmfussdurchmesser erfordern effiziente Transport- und Montagekonzepte, die sich mit unseren Stahlkomponenten und Stahlturmtechnologien sehr gut umsetzen lassen», so Stefan Frey, Enercon Global Procurement Director for Towers. «Emissionsreduzierte Produktionsverfahren für Stahl sind für die Nachhaltigkeit unserer Produkte daher entscheidend.»
Die erste Enercon-Windenergieanlage mit einem emissionsreduziertem Hybrid-Stahlturm wurde kürzlich im Windpark Diepholzer Bruch (Deutschland) errichtet. Bild: Enercon
Quelle: ee-news.ch vom 03.09.2025
1,5 GW-Windpark Sofia wird als erster britischer Offshore-Windpark mit recycelbaren Rotorblättern ausgestattet
Publiziert: September 2026
RWE und der Turbinenhersteller Siemens Gamesa werden erstmals einen britischen Offshore-Windpark grossflächig mit recycelbaren Rotorblättern ausstatten. Für die Rotorblätter, die im Offshore-Windpark Sofia von RWE installiert werden, wird ein neuartiges Harz eingesetzt. So können zum Ende der Betriebsdauer der Rotorblätter die verwendeten Materialien leicht voneinander getrennt und in neuen Anwendungen wiederverwendet werden – zum Beispiel in der Automobilindustrie oder in Konsumgütern, wie Fahrradhelmen oder Koffern.
2023 haben RWE und Siemens Gamesa vereinbart, dass der Offshore-Windpark Sofia vor der Nordostküste Grossbritanniens mit insgesamt 150 recycelbaren Rotorblättern ausgestattet wird. Dies entspricht 50 der 100 Windturbinen des Parks. 50 Prozent der recycelbaren Rotorblätter wurden bereits installiert. Siemens Gamesa setzt die Installation im weiteren Verlauf des Jahres fort.
Installation mit Spezialschiff Wind Peak
Der Einsatz der recycelbaren Rotorblätter in diesem Umfang bei Sofia folgt der nach Unternehmensangaben weltweit ersten Installation der recycelbaren Rotorblätter von Siemens Gamesa im Offshore-Windpark Kaskasi von RWE in Deutschland. Die Installationsarbeiten für Sofia auf See werden von Siemens Gamesa mithilfe des Spezialschiffs Wind Peak durchgeführt, das von der Firma Cadeler vom Hafen in Hull aus betrieben wird.
Der Offshore-Windpark Sofia entsteht 195 Kilometer vor der Nordostküste Grossbritanniens auf der Doggerbank. Sofia ist eines der grössten Offshore-Windenergieprojekte, die RWE derzeit errichtet, und wird nach seiner Fertigstellung über eine Erzeugungskapazität von 1,4 Gigawatt verfügen. Sofia wird mit den neuesten Siemens Gamesa Turbinen des Typs SG 14-222 ausgestattet. Diese Turbinen haben 108 Meter lange Rotorblätter. Der Rotordurchmesser beträgt 222 Meter. Nach der Inbetriebnahme im Jahr 2026 sollen die 100 Windkraftanlagen von Sofia ausreichend Strom erzeugen, um rein rechnerisch mehr als 1,2 Millionen britische Haushalte mit Strom zu versorgen.
Der Offshore-Windpark Sofia entsteht 195 Kilometer vor der Nordostküste Grossbritanniens auf der Doggerbank. Sofia ist eines der grössten Offshore-Windenergieprojekte, die RWE derzeit errichtet, und wird nach seiner Fertigstellung über eine Erzeugungskapazität von 1,4 Gigawatt verfügen. Sofia wird mit den neuesten Siemens Gamesa Turbinen des Typs SG 14-222 ausgestattet. Diese Turbinen haben 108 Meter lange Rotorblätter. Der Rotordurchmesser beträgt 222 Meter. Nach der Inbetriebnahme im Jahr 2026 sollen die 100 Windkraftanlagen von Sofia ausreichend Strom erzeugen, um rein rechnerisch mehr als 1,2 Millionen britische Haushalte mit Strom zu versorgen.
Die Installationsarbeiten für Sofia auf See werden von Siemens Gamesa mithilfe des Spezialschiffs Wind Peak durchgeführt, das von der Firma Cadeler vom Hafen in Hull aus betrieben wird. Bild: RWE
Quelle: ee-news.ch vom 22.08.2025
Eines der grössten Repowering-Projekte Europas ist am Netz
Publiziert: September 2026
Die VSB Gruppe hat den repowerten Windpark Elster erfolgreich ans Netz gebracht. Mit einer installierten Leistung von 105,6 MW zählt er zu den grössten Repowering-Projekten Europas. Der Stromertrag steigt im Vergleich zum ursprünglichen Windpark um mehr als das Sechsfache.
Die 16 Anlagen vom Typ SG 6.6-155, die 50 alte Windräder ersetzten, stammen vom europäischen Hersteller Siemens Gamesa. Jede Anlage erzeugt über ihren Lebenszyklus hinweg ungefähr 48-mal mehr Energie, als für Herstellung, Errichtung und Betrieb benötigt wird. Der neue Windpark liefert jährlich 235 Mio. kWh Strom, das entspricht dem Verbrauch von über 200’000 Personen.
Altanlagen vs. Neuanlagen
| Alter Windpark (demontierte Anlagen) | Repowering-Windpark | |
|---|---|---|
| Anlagen | 50 | 16 |
| Typ | Enercon E-40 | Siemens Gamesa SG 6.6-155 |
| Inbetriebnahme | zwischen 2000 und 2002 | 2025 |
| Leistung einer Anlage | 0.6 MW | 6.6 MW |
| Installierte Leistung | 30 MW | 105.6 MW |
| Jährlicher Energieertrag | 36 GWh | 235 GWh |
| Nabenhöhe | 77.8 Meter | 165 Meter |
| Rotorblattlänge | 20 Meter | 77.5 Meter |
| Gesamthöhe (Blattspitze) | 97.8 Meter | 242.5 Meter |
Zum Vergleich: In der Schweiz betrug die installierte Leistung Ende 2024 100.6 MW.
Bestehende Flächen zukunftsfähig weiterentwickelt
VSB betreut den Standort seit über zwei Jahrzehnten. Zwischen Herbst 2021 und Herbst 2022 wurden die 50 Altanlagen zurückgebaut. Viele Komponenten fanden ein zweites Leben – als Quelle für Ersatzkomponenten oder im Weiterbetrieb.
Besonders in Deutschland und Frankreich, wo viele ältere Anlagen stehen, hat das Repowering grosses Potential.
Mit einer installierten Leistung von 105.6 MW zählt der Windpark Elster zu den grössten Repowering-Projekten Europas. Bild: VSB Gruppe
Quelle: ee-news.ch vom 19.08.2025
Die 24-Stunden-Revolution: Und plötzlich kommt der Solarstrom auch nachts
Publiziert: September 2026
Solaranlagen liefern nur tagsüber Strom? Technisch gesehen richtig – aber die Realität ist längst eine andere, dank spektakulärer Entwicklungen in der Batterietechnik. Eine Studie zeigt, wie überraschend nah wir schon der Vision vom 24-stündigen Solarstrom sind.
Bereits seit Jahren ist Solarstrom die günstigste Form der Energieerzeugung. Doch ein Problem blieb ungelöst: Solaranlagen liefern naturgemäß nur dann Strom, wenn die Sonne scheint. In der Nacht ist auf die Solarenergie kein Verlass, andere Energieträger müssen einspringen.
So zumindest die konventionelle Weisheit – die aber immer mehr ins Schwanken kommt. Denn die rasante Entwicklung in der Batterie-Technologie macht jetzt einen Traum möglich, der vor ein paar Jahren noch komplett abstrus klang: Die Versorgung mit Solarstrom rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.
«Jetzt wird Solar entfesselt»
Nicht nur ist der Preis für Batterien in den letzten Jahren massiv gefallen, ihre Leistungsfähigkeit ist im gleichen Zeitraum stark gestiegen. Die Folge: Kaum ein Solarprojekt entsteht noch ohne Batteriespeicher, die tagsüber erzeugten Strom für dunkle oder sonnenarme Stunden vorhalten. Alleine im letzten Jahr seien die Kosten für Batteriespeicher um 40 Prozent gefallen, heißt es in einer aktuellen Studie der britischen Denkfabrik Ember. Sogenannte kritische Rohstoffe wie Kobalt und Nickel würden für die Produktion neuerer Batteriemodelle kaum mehr benötigt, was die Herstellung erheblich vereinfacht.
«Das ist ein Wendepunkt der Energiewende», sagt Kostantsa Rangelova, Analystin bei Ember. «Solarstrom rund um die Uhr ist nicht mehr nur eine technologische Möglichkeit und weit entfernter Traum, sondern eine ökonomische Realität.» Man habe es mit einer völlig neuen Entwicklung zu tun, die sich innerhalb der letzten zwölf Monate ereignet habe, so Rangelova. «Jetzt wird Solar entfesselt.»
Das 24/365-Modell
Daraus ergäben sich grosse Chancen für energiehungrige Datenzentren oder Industriebetriebe, rund um die Uhr günstigen, klimafreundlichem Strom zu beziehen, erklärt Rangelova. Stadtwerke und Privathaushalte hingegen könnten von sinkenden Kosten für den Netzausbau profitieren – je mächtiger Batterien sind, desto weniger dringend ist der Ausbau der Stromnetze.
Solarenergie rund um die Uhr? Das 24/365-Modell, wie Ember es nennt, sei schon verblüffend nah, heisst es in der Studie. In sonnenreichen Städten wie der US-Glücksspielmetropole Las Vegas oder der südafrikanischen Großstadt Johannesburg ließen sich 95 beziehungsweise 97 Prozent des Energiebedarfs alleine mit Solarstrom decken – und das zu einem Preis von knapp mehr als 100 Dollar pro Megawattstunde.
Zum Vergleich: Kohlestrom kostet nach Ember-Angaben im globalen Durchschnitt 118 Dollar pro Megawattstunde, die Kernkraft kommt sogar auf 182 Dollar. Auch in eher wolkigen Städten wie dem britischen Birmingham könnten 62 Prozent des Gesamtbedarfs mit Solar gedeckt werden.
Neue Rekorde in Europa
Zwar werde es weiterhin Bedarf an anderen Energieträgern geben, heißt es in der Studie – Windstrom, Gas, Kernkraft, je nach Stromsystem. Die Solarenergie werde aber mittelfristig dominant sein, Energiebranche und Politik müssten sich darauf einstellen.
In Deutschland und Europa ist der Trend bereits deutlich zu sehen. Im Juni 2025 war die Solarenergie mit einem Anteil von 22,1 Prozent zum ersten Mal die wichtigste Erzeugungsquelle von Strom in Europa, die Kernkraft liegt mit 21,8 Prozent nur noch auf Platz zwei. Insgesamt 13 EU-Staaten, neben Deutschland auch Länder wie Polen, Bulgarien oder Griechenland, verzeichneten im Juni neue Rekorde bei der Solarerzeugung.
Eine Großspeicher-Anlage des deutschen Start-ups Kyon Energy: In Deutschland ist der Boom längst angekommen. Bild: Kyon Energy
Quelle: FOCUS online Earth vom 25.07.2025
Erstes Höhenwindrad in Bau
Publiziert: September 2026
Im Windpark Klettwitz (Sachsen) wird zurzeit das erste Höhenwindrad Deutschlands und der Welt gebaut. Das Zentrum der Nabe befindet sich 300 Meter über dem Boden, die Enden der Rotorblätter noch einmal 63 Meter darüber. Selbst das höchste Gebäude Deutschlands, der Berliner Fernsehturm, ist mit 368 Metern nur fünf Meter höher. Gängige Windkraftanlagen, die heute errichtet werden, sind mit einer Nabenhöhe von rund 140 Metern nicht einmal halb so gross. Und es sind sogar Flügellängen von 100 Meter möglich, mit denen insgesamt eine Höhe von rund 400 Metern erreicht werden kann.
Erträge vergleichbar mit Offshore-Windkraft
Höhenwindräder ermöglichen, die stärkeren und stetigeren Winde in grossen Höhen zu nutzen, die für herkömmliche Anlagen bislang nicht zugänglich waren. Dort habe der Wind «nicht nur höhere Mittelwerte, sondern auch eine breitere Verteilung, was zu deutlich mehr Volllaststunden bei Windenergieanlagen führt», sagte Gicon-Gründer und -Geschäftsführer Jochen Großmann im September 2024 im MDR-Fernsehen. Das Höhenwindrad könnte laut Großmann «ein echter technologischer Durchbruch bei der Windenergie an Land» sein. Die Technologie sei vergleichbar mit Offshore-Anlagen auf See, aber eben bei Onshore-Betriebsverhältnissen. «Das bedeutet die Kosten bei der Errichtung und Wartung sind deutlich geringer, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt», so der Gicon-Chef.
XXL-Windrad: Höhe statt Fläche
Ein weiterer Vorteil der Höhenwindräder: Sie benötigen keine zusätzliche Fläche, weil sie zwischen bestehende Anlagen gebaut werden können. Die Türme sind so hoch, dass sich die Rotoren nicht überschneiden und gegenseitig den Wind wegnehmen. So wird es möglich, die XXL-Turbinen als zweites oder gar drittes Stockwerk in bestehende Windparks mit mittleren und kleinen Windrädern zu integrieren. Das Ziel: weniger Standorte, aber ein erheblich höherer Energieertrag. Interessant ist das Mehr-Etagen-Konzept auch deshalb, weil die neuen Türme keine aufwendigen neuen Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen.
Die Idee
Die Idee für das neue Windrad stammt vom Leipziger Ingenieur Horst Bendix. Siehe Dreifacher Ertrag: Kommt das Windrad der Zukunft aus Sachsen? (MDR WISSEN, August 2021). Üblicherweise werden Windräder größer gebaut, um mehr Energie zu gewinnen – also der Rotor wächst. Ende der 90er-Jahre schlug der deutsche Ingenieur Horst Bendix die Alternative vor, nach oben, statt in die Breite zu bauen. Er vermutete, dass man mit diesen Höhenwindrädern die doppelte Energieausbeute erreichen kann. Prognosen, die auf erfolgten Messungen basieren, gehen von 60 bis 70 Prozent mehr Energieausbeute in 300 Meter aus, als wenn man dieselbe Onshore-Turbine in herkömmlicher Höhe errichtet würde.
Grösstes Windrad der Welt zu hoch für Kräne
Aufgrund der enormen Höhe wird das Windrad nicht eine klassische Säulenkonstruktion haben. Stattdessen besteht es aus einem Gerüst, das ein bisschen wie ein langgezogener Eiffelturm aussieht. Übrigens ist der Eiffelturm bis zur Spitze 330 Meter hoch – also kleiner als das Windrad.
Weil es keinen Kran gibt, mit dem die Turbine in 300 Meter Höhe ziehen kann, ist die Konstruktion ein Teleskop-Turm. Der besteht aus einem äußeren Gerüst und einem inneren Turm. Sind beide fertig gebaut, wird der innere Turm an die Spitze des äußeren Turms hochgeschoben und dort befestigt.
Geplantes Höhenwindrad im Windpark mit Solaranlagen. Grafik: Gicon
Quellen: MDR WISSEN vom 27.03.2025; Erenja; futurezone
Dazu gibt es auch ein passendes youtube-Video.
Recycelte Rotorblätter von Vattenfall auf der Skipiste
Publiziert: September 2026
Stellen Sie sich vor, Sie fahren auf Skiern, die nicht nur für Höchstleistung auf der Piste sorgen, sondern gleichzeitig einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft leisten.
In einer wegweisenden Zusammenarbeit verwandeln Vattenfall, Gjenkraft und EVI ausrangierte Rotorblätter von Windturbinen in Hochleistungsski. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktionieren kann – und setzt neue Impulse für mehr Nachhaltigkeit in der Sportindustrie.
Die Kreislaufwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, künftige Ressourcen zu sichern, Kosten zu senken und unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sagt Gustav Frid, Umwelt- und Nachhaltigkeitsspezialist bei Vattenfall. «Der Übergang von einer linearen Wirtschaft, die Abfall erzeugt, hin zu einer Kreislaufwirtschaft ermöglicht es uns, Materialien durch Recycling wiederzuverwenden und den Kreislauf zu schliessen. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Technologie eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Materialien in der Skiherstellung bieten kann. Wir hoffen, dass es andere inspiriert und neue Impulse zur Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft setzt.»
Tausende Windturbinen stehen vor dem Rückbau
Da die erste Generation von Windturbinen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, werden in den kommenden Jahren weltweit Tausende von Anlagen stillgelegt oder ersetzt. Während grosse Teile recycelt werden können, stellen die Rotorblätter aufgrund ihrer Verbundbauweise eine besondere Herausforderung dar – die Materialtrennung ist komplex und aufwendig.
Vattenfall, ein führendes Unternehmen für nachhaltige Energielösungen, hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 100 % seiner Rotorblätter zu recyceln und arbeitet bereits an mehreren Projekten, um skalierbare Lösungen zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist ein kreatives Upcycling-Projekt aus dem vergangenen Jahr: Um das Bewusstsein für die Kreislaufwirtschaft zu schärfen und Innovationen voranzutreiben, hat Vattenfall ein ausrangiertes Maschinenhaus in ein Tiny House umgewandelt.
Niederländische Rotorblätter gehen nach Norwegen
2021 ging Vattenfall einen wichtigen Schritt, um diese Herausforderung anzugehen, und schloss eine Partnerschaft mit dem norwegischen Unternehmen Gjenkraft. Gjenkraft ist darauf spezialisiert, wertvolle Materialien wie Glas- und Kohlenstofffasern aus ausgedienten Rotorblättern zurückzugewinnen. Diese Materialien können in verschiedenen Branchen wiederverwendet werden – ein Ansatz, der Abfall reduziert und natürliche Ressourcen schont.
Für das Projekt wurden die Rotorblätter des stillgelegten niederländischen Windparks Irene Vorrink nach Norwegen geschickt, um dort aufbereitet zu werden.
Marcin Rusin, Mitbegründer von Gjenkraft, erklärt: «Unser Ziel war es immer, zu zeigen, dass dieses Problem lösbar ist. Die Technologie zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Verbundstoffabfällen hatten wir bereits – der nächste Schritt war, ein hochwertiges Produkt zu finden, das die Menschen begeistert. Als norwegisches Unternehmen mit skibegeisterten Teammitgliedern lag die Idee nahe, Skier herzustellen. Jetzt freuen wir uns darauf, dieses Konzept Wirklichkeit werden zu lassen.»
Ausgediente Skier neu gedacht
Skihersteller Endre Hals, Gründer von EVI-Ski
Vattenfall schloss sich der Kooperation zwischen Gjenkraft und dem norwegischen Skihersteller EVI an, der für seinen innovativen Einsatz von recycelten Materialien in der Skiproduktion bekannt ist. EVI hat bereits erfolgreich kaputte und abgenutzte Skier in neue umgewandelt und nutzt nun Carbonfasern aus ausrangierten Vattenfall-Rotorblättern, um seine Skier zu verstärken – für mehr Haltbarkeit und bessere Performance auf der Piste.
Endre Hals, Gründer von EVI-Ski, erklärt: «Wir wissen natürlich, dass ein kleiner Skihersteller wie EVI allein keinen grossen Einfluss auf die Verwertung von Industrieabfällen nehmen kann. Umso mehr freuen wir uns, dass Gjenkraft und Vattenfall uns dabei unterstützen, diese großartige Vision für die Zukunft der Produktentwicklung zu verwirklichen.»
Quelle: Sonnenseite vom 05.03.2025