Welche Fläche benötigt eine Windenergieanlage

Publiziert: April 2026

Eine Windenergieanlage benötigt Flächen für:

  • Betonsockel für das Fundament. Die Grösse ist abhängig von der Bodenbeschaffenheit und dem Anlagentyp
  • Kranfläche
  • Zufahrtswege
  • Transformator
  • Montageflächen, die aber nach der Errichtung der Anlage wieder land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden können.

Eine Windenergieanlage benötigt eine durchschnittliche Freifläche von 2000 bis 4000 m2 (0,2 bis 0,4 Hektar). Davon entfallen je nach Anlagentyp und -hersteller 300 bis 600 m2 auf das Fundament. Für Windenergieanlagen im Wald kommt eine Erhebung der Fachagentur Windenergie an Land aus dem Jahr 2024 zu ähnlichen Ergebnissen, nämlich einem dauerhaften Flächenbedarf von durchschnittlich 4800 m2 (0,48 Hektar). Während der Errichtung der Anlage kommt demnach ein temporärer Flächenbedarf von durchschnittlich 4700 m2 (0,47 Hektar) hinzu.

Der Flächenverbrauch von Windenergieanlagen ist nicht mit der versiegelten Fläche gleichzusetzen. Die von einer Windenergieanlage tatsächlich versiegelte Fläche entspricht lediglich der Fläche des Fundaments plus etwaigen Zufahrtswegen oder notwendigen Transformatoren. Je nach Anlagentyp werden zwischen 300 und 600 m2 (0,03 bis 0,06 Hektar) durch das Fundament der Anlage versiegelt. Selbst hier können aber Teile der Oberfläche nach der Bauphase wieder mit Schotter oder Oberboden verdeckt werden. Die übrige Fläche wird von Baumbewuchs freigehalten, ist aber nicht versiegelt. Zufahrtswege und Stellflächen können ebenfalls geschottert und damit nur teilversiegelt sein. Bereiche rund um eine Windenergieanlage im Wald werden nach der Errichtung wieder aufgeforstet.

Auch nach der Errichtung der Windenergieanlage ist die Aufrechterhaltung befahrbarer Wege notwendig. Dies beinhaltet auch das Freihalten eines Platzes für das Stellen eines Krans für Wartungen; Rückbau usw. Diese Flächen können vergleichsweise klein (bei bereits vorhandener Zuwegung), aber auch umfangreich ausfallen. Bei manchen Anlagen sind keine weiteren Versiegelungen, bei anderen Anlagen sind Teilversiegelungen (mit wassergebundenen Schotterflächen) erforderlich.

Beim Bau von Windenergieanlagen wird aber generell darauf geachtet, möglichst wenig Fläche zu versiegeln, so dass Regenwasser in den Boden und letztendlich ins Grundwasser versickern kann.

Ein Fundament des Windparks Verenafohren bei Wiechs am Randen während der Bauphase im Jahr 2016. Bild: Jörg Braun

Das Fundament ist fast 22 Meter breit und 3,50 Meter hoch. Es wurden mehr als 600 Kubikmeter Beton benötigt, das Gewicht beträgt 71 Tonnen. Ein Betonsockel muss gut einen Monat aushärten, bevor mit dem Ausbau der eigentlichen Turmanlage begonnen werden kann.

Die Umgebung einer Windenergieanlage wird wieder begrünt (Windenergieanlage in Ste-Croix, ein Jahr nach der Erstellung). Bild: Reto Hunziker

Je nach Anlagentyp werden zwischen 300 und 600 m2 (0,03 bis 0,06 Hektar) durch das Fundament der Anlage versiegelt.

Wie gut ist der Energieertrag einer Windkraftanlage im Verhältnis zu ihrem Flächenbedarf?

Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2021 hat den Energieertrag verschiedener erneuerbarer Energiequellen im Verhältnis zu ihrem jeweiligen Flächenbedarf untersucht. Das Ergebnis ist überraschend: Während Biogasanlagen jährlich beispielsweise pro Megawattstunde (MWh) erzeugtem Strom rund 519 m2 Flächenbedarf haben sowie feste Biomasse rund 442 m2, kommen Photovoltaik-Freiflächenanlage auf 22,5 m2/MWh und Windkraft (an Land) auf 1,43 m2/MWh. Die Flächeneffizienz von Windkraft ist also sehr hoch.

 

Ein Vergleich

Pro Jahr werden in der Schweiz derzeit 17,6 km2 Boden versiegelt, was fast 7 Fussballfeldern pro Tag entspricht. Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU (19.12.2022)