Schall
Publiziert: April 2026
Wie entsteht der Schall bei einer Windenergieanlage?
Der hörbare Schall einer Windenergieanlage entsteht durch das Getriebe in der Gondel und die sich drehenden Rotorblätter. Dank technologischer Entwicklungen sind Windenergieanlagen im Laufe der Jahre leiser geworden. Heute werden die Flügel mit Kämmen (sogenannte Serrations) ausgerüstet und Flügel mit gebogenen Blattenden eingesetzt, die die Luftwirbel und somit die Geräuschbildung vermindern. Die Kämme lassen sich auch nachrüsten. Diese Massnahmen erhöhen erst noch die Stromproduktion.
Gut zu erkennen sind die Kämme an der Rückseite des Rotorblattes. Bild: Reto Hunziker
Die Lautstärke einer Windenergieanlage verändert sich mit der Windgeschwindigkeit. Wenn der Wind schwach weht, laufen die Rotoren leiser. Bei starkem Wind sind die Flügel zwar deutlicher zu hören, gleichzeitig überdecken aber oft die natürlichen Umgebungsgeräusche – rauschende Bäume oder der Wind selbst – die Geräusche der Windkraftanlage. Die Lautstärke in Abhängigkeit von der Entfernung verhält sich nicht linear; mit zunehmendem Abstand sinkt der Pegel spürbar. Hinzu kommt, dass Gelände, Bebauung und Vegetation den Schall zusätzlich dämpfen. Ab einer Distanz von wenigen hundert Meter sind die Geräusche einer Windenergieanlage kaum mehr wahrnehmbar.
Windkraftanlage können in einen schallreduzierten Modus wechseln, zum Beispiel nachts. Dabei drehen sich die Rotoren etwas langsamer, wodurch die Lautstärke spürbar sinkt.
Lärmbelastung von Windenergieanlagen im Vergleich. Grafik: EnBW (06.06.2025)
Direkt unter einer laufenden Windenergieanlage ist eine Unterhaltung im normalen Plauderton jederzeit möglich. Bild: Reto Hunziker
Pauschale Mindestabstände sind nicht zielführend
In der Schweiz bemisst sich der Abstand von Windenergieanlagen zu Wohngebäuden und Siedlungen insbesondere über die Anforderungen der Lärmschutzverordnung und weiteren strengen gesetzlichen Vorgaben. Da sich die Verbreitung der Geräusche sowie des Schattens je nach Standort unterscheidet, lassen sich Abstände generell nicht pauschalisieren. Nur die gesetzlich verankerten Vorschriften stellen wirklich sicher, dass für jedes Projekt ein ausreichender Abstand gewährleistet wird. Auch für andere Bauvorhaben gelten keine pauschalen Mindestabstände.
Strassenverkehrslärm
In der Schweiz wohnt jede zehnte Person an einem Ort, an dem die Verkehrslärmimmissionen schädlich oder lästig sind. 90 % von ihnen leben in Städten und Agglomerationen. Der Strassenverkehr ist der Hauptverursacher.
740'000 Personen sind an ihrem Wohnort von schädlichem oder lästigem Strassenverkehrslärm betroffen, darunter 116'000 Personen vom Lärm der Nationalstrassen. 33'000 Personen sind an ihrem Wohnort von schädlichem oder lästigem Eisenbahnlärm betroffen. 80'000 Personen sind an ihrem Wohnort von schädlichem oder lästigem Fluglärm betroffen (Beim Flugverkehr erfolgen die Berechnungen auf den Bevölkerungszahlen von 2021 und pandemiebedingt auf den Lärmdaten von 2019). Der Strassenverkehrslärm betrifft die meisten Personen sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Beim Eisenbahn- und beim Fluglärm sind die Personen vor allem nachts betroffen.
Neben dem Verkehr gibt es noch weitere bedeutende Lärmquellen: Industrielärm; Bau-, Schiess- und Gerätelärm; Nachbarschaftslärm.
In der Schweiz gibt es erst wenige Windenergieanlagen. In Deutschland sind es bedeutend mehr, nämlich rund 29‘000 Onshore-Windenergieanlagen. Interessant ist deshalb, durch welche Lärmquellen sich die Menschen in Deutschland hauptsächlich gestört fühlen.
Belästigung durch einzelne Lärmquellen 2024 (Angaben in Prozent). Grafik: Umweltbundesamt 2025
Auch in Deutschland liegt der Strassenverklehrslärm an erster Stelle, gefolgt vom Nachbarschaftslärm.