Europa baut 2025 insgesamt 19 GW Windkraftleistung zu
Publiziert: April 2026
Der europäische Windenergie-Dachverband Wind Europe hat seine aktualisierten Daten zur Entwicklung des europäischen Windenergiemarkts im Jahr 2025 veröffentlicht. Insgesamt wurden 2025 in Europa 19.1 GW an neuer Windkraftkapazität installiert. Davon entfielen 15.1 GW auf die EU-27. 11 von 29 Ländern in Europa haben einen Windenergieanteil in der Stromversorgung von über 20 %, 10 von über 10 %, und nur 8 weisen einen Anteil von unter 10 % auf.
Beim Zubau lag Deutschland vor der Türkei und Schweden. Grafik: Wind Europe
Der Zubau lag damit höher als 2024 (16.4 GW), aber niedriger als ursprünglich von Wind Europe erwartet (durchschnittlich 23 GW jährlich für den Zeitraum 2025-2030).
90 % der im vergangenen Jahr in Europa neu errichteten Windenergieanlagen waren Onshore-Anlagen. Dagegen wurden nur 2 GW an neuer Offshore-Windkraftkapazität ans Netz angeschlossen. In der EU-27 entfielen sogar 94 % des Zubaus auf Onshore-Anlagen (14.2 GW).
Deutschland als Zugpferd
Zugpferd des Ausbaus der europäischen Windenergie war Deutschland, hier wurden insgesamt 5.7 GW Leistung neu installiert, davon entfielen 5.2 GW auf Onshore-Anlagen. Auf Platz 2 liegt erstmals die Türkei mit einem Zubau von 2.1 GW, gefolgt von Schweden mit 1.8 GW, in beiden Ländern wurden nur Onshore-Anlagen installiert.
304 GW installierte Leistung
Europa verfügt nun über insgesamt 304 GW an installierter Windkraftleistung, davon 265 GW an Land und 39 GW auf See. Auf die EU-27 entfallen 246 GW der gesamten installierten Kapazität, davon 224.5 GW an Land und 21.5 GW auf See.
Insgesamt wurden 2025 in Europa 19.1 GW an neuer Windkraftkapazität installiert. Grafik: Wind Europe
Erwarteter Zubau bis 2030
Für den Zeitraum 2026-2030 rechnet Wind Europe mit einem Zubau von 151 GW an neuer Windkraftkapazität in Europa, sprich rund 30 GW jährlich. Davon werden voraussichtlich 112 GW in der EU-27 installiert werden, das entspricht einem durchschnittlichen Zubau von 22 GW pro Jahr. Die Gesamtkapazität würde demnach bis 2030 in Europa auf 439 GW steigen, in der EU auf 343 GW.
2025 wurden in Europa 45 Milliarden Euro an Kapital für neue Windenergieprojekte mit insgesamt 20.9 GW aufgebracht, die in den nächsten Jahren realisiert werden sollen.
Anteil der Windenergie im Strommix in Dänemark am höchsten
Dänemark hatte mit 50 % den höchsten Anteil an Windenergie im Strommix. Die Plätze 2 bis 5 belegen Länder, in denen der Anteil der Windenergie am Strommix immerhin mindestens 30 % betrug: Litauen (33 %), Irland (33 %), das Vereinigte Königreich (31 %) und Schweden (30 %).
In weiteren sechs Ländern lag der Anteil Windenergie im Strommix bei mindestens 20 %: in den Niederlanden (29 %), Deutschland (28 %), Finnland (25 %), Portugal (25 %), Spanien (23 %) und Griechenland (21 %).
Dänemark weist 50% Windstrom auf, gefolgt von Litauen und Irland. Unter ferner liefen befindet sich die Schweiz, Slowenien und die Slowakei mit weniger als 1% Windstrom. Grafik: Wind Europe
Weitere nein Länder wiesen eine Windstromanteil von über 10 % auf, das sind: Kroatien (17 %), Estland (16 %), Belgien (15 %), Österreich (14 %), Polen (14 %) Frankreich (11 %), Türkei (11 %), Rumänien (11 %), Norwegen 10 %:
Die Nachzügler sind Italien (8 %), Zypern (3 %), Bulgarien (3 %), Lettland (3 %), Ungarn 1 %, Tschechien 1 %. Unter ferner liefen befinden sich die Schweiz, Slowenien und die Slowakei, alle drei weisen weniger als 1 % Windstrom im Strommix auf.
In der Windenergiebranche arbeiten derzeit direkt und indirekt fast 443‘000 Menschen. Diese Zahl dürfte jedoch nach Einschätzung von Wind Europe bis 2030 auf 607‘000 steigen.
Zum Bericht Wind Energy in Europe 2025 Statistics and the outlook for 2026-2030 >>
Text: Suisse Eole, Quelle: Wind Europe