EU 2025: Sonne und Wind mehr Strom als Gas und Kohle
Februar 2026
Der Übergang der EU zu sauberer Energie erreichte 2025 einen Wendepunkt: Erstmals erzeugten Wind- und Solarenergieanlagen mehr Strom als fossile Energiequellen: Wind- und Solarenergie erzeugten 2025 30.1 % des Stroms (841 TWh), während Gas und Kohle zusammen 29.0 % (809 TWh) erzeugten. In 14 EU-Ländern sind Wind- und Solarenergie die Hauptstromquelle. 19 EU-Länder haben keinen oder weniger als 5 % Kohlestrom. Auch wenn der Gasanteil leicht gestiegen ist, lag er unter 10 %.
Erstmals übersteigt die Produktion von Wind- und Solarenergie die fossile Stromproduktion in der EU. Grafik: Ember
Damit setzt sich die Entwicklung hin zu den Erneuerbaren weiter fort: In den vergangenen fünf Jahren stieg der Anteil von Wind- und Solarstrom an der EU-Stromerzeugung um über 10 Prozentpunkte von 19.7 % im Jahr 2020 auf 30.1 % im Jahr 2025. Dies steht in starkem Kontrast zum Rückgang der fossilen Energien im gleichen Zeitraum, deren Anteil von 36.7 % der EU-Stromerzeugung im Jahr 2020 um fast 8 Prozentpunkte auf 29.0 % im Jahr 2025 sank.
Windenergie trugen mi 16.9 %, sprich 473 TWh, zum EU-Strommix bei, Solaranlagen mit 13.2 %, sprich 369 TWh und die Wasserkraft mit 11.7 %, sprich 377 TWh. Der Anteil der Biomasse an die Stromproduktion betrug 5.6 % (156 TWh).
In 14 Ländern Wind- und Solarstrom Hauptquelle
In den meisten EU-Ländern haben Wind- und Solarenergie eine zentrale Rolle im Strommix eingenommen: 2025 erzeugten sie in 14 der 27 EU-Länder mehr Strom als alle fossilen Energiequellen zusammen. Zwei Länder erreichten diesen Meilenstein 2025 zum ersten Mal: die Niederlande und Kroatien. In den Niederlanden war dies auf ein starkes Wachstum im Solarbereich zurückzuführen (+31 % gegenüber 2024), während das Ergebnis Kroatiens durch ein starkes Wachstum der Solar- und Windenergieproduktion (+57 % bzw. +19 % gegenüber 2024) vorangetrieben wurde.
Erneuerbare Energien lieferten 2025 fast die Hälfte des Stroms in der EU (47.7 %, 1331 TWh). Trotz ungewöhnlicher Wetterbedingungen blieb der Anteil erneuerbarer Energien im Vergleich zu 2024 stabil (47.9 %). Grafik: Ember
Gas hinter Windstromproduktion
Nachdem die Stromerzeugung aus Gas in der EU 2019 mit 569 TWh einen Höchststand erreicht hatte, ging sie fünf Jahre in Folge zurück und sank 2024 auf 432 TWh. 2025 stieg die Stromerzeugung aus Gas wieder an (+34 TWh, +8 % gegenüber 2024), blieb jedoch um 18 % unter dem Höchststand vor der Energiekrise. Gas blieb das dritte Jahr in Folge hinter der Windenergie zurück.
Solarstromrekord
Die Solarenergie wuchs im Vergleich zu 2024 um 62 TWh (+20,1 %) – ein Anstieg, der mit der jährlichen Stromproduktion von drei französischen AKW vergleichbar ist. Insgesamt erzeugte die Solarenergie 2025 eine Rekordmenge von 369 TWh, mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2020 (145 TWh). Das rasante Wachstum der Solarenergie im Jahr 2025 setzte einen Trend starker Expansion fort, mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum der Erzeugung von 21 % in den letzten fünf Jahren: weit mehr als jede andere Technologie.
Solarstrom für Klimaanlagen
Der Anstieg der Solarenergie kam gerade rechtzeitig, um den Spitzenbedarf an Strom für Klimaanlagen während der Hitzewellen im Sommer zu decken. Während der tägliche Strombedarf während der Hitzewelle im Juni und Juli 2025 um bis zu 14 % stieg, stagnierte der Gesamtbedarf der EU gegenüber 2024 nur um 15 TWh (+0.6 %) und blieb 4 % unter dem Niveau von 2019.
Der Anstieg der Solarenergie kam gerade rechtzeitig, um den Spitzenbedarf an Strom für Klimaanlagen während der Hitzewellen im Sommer zu decken. Grafik: Ember
Wind vor Gas
Später im Jahr blieb die Windenergie dank der Rückkehr zu normalen Windverhältnissen und dem Zubau an Leistung mit einem Anteil von 16.9 % an der EU-Stromerzeugung die wichtigste erneuerbare Technologie und erzeugte mehr Strom als Gas (16.7 %).
€ 32 Milliarden für Import von fossilem Gas zur Stromerzeugung
Die gestiegene Gaserzeugung in Verbindung mit höheren Gaspreisen (+5.6 % im 2025 gegenüber 2024) führte dazu, dass die EU im Jahr 2025 € 32 Milliarden für den Import von fossilem Gas zur Stromerzeugung ausgab, 16 % mehr als im Jahr 2024. Dies ist der erste jährliche Anstieg der Gasimportkosten der EU seit der Energiekrise 2022.
Kohle sinkt auf unter 10 %
Die Kohle verzeichnete 2025 erneut einen Rückgang, wodurch deren Ende in der EU noch näher rückt. Der Kohleanteil blieb unter einem Zehntel der EU-Stromerzeugung (9.2 %) und erreichte mit 257 TWh einen neuen historischen Tiefstand. Dies ist eine bemerkenswerte Veränderung, wenn man bedenkt, dass Kohle zehn Jahre zuvor noch fast ein Viertel der EU-Stromerzeugung (24.6 %) ausmachte und 705 TWh erzeugte. Die Bedeutung der Kohle im Energiemix der EU liegt weit unter dem globalen Durchschnitt (33.1 % im ersten Halbjahr 2025).
19 EU-Länder ohne Kohle oder mit weniger als 5 %
Kohle wird in der gesamten Union zunehmend marginalisiert: 19 EU-Länder haben keinen oder weniger als 5 % Kohle in ihrem Energiemix (zwei mehr als 2024). Irland hat im Juni 2025 die Verbrennung von Kohle eingestellt. Im April hat Finnland die Kohle de facto vorzeitig aus dem Verkehr gezogen. Das starke Wachstum der Windenergie trug dazu bei, die Lücke zu schliessen, und erreichte 2025 den höchsten jemals verzeichneten Anteil an der finnischen Stromerzeugung (27 %).
Weitere Infos (Ember): European Electricity Review 2026
Text: Suisse Eole, Quelle: Ember