Ohne Europa wäre es dunkel in der Schweiz
Wie wertvoll ist die Integration der Schweiz in den europäischen Strommarkt? Der Winter 2025/26 liefert Anschauungsmaterial – so deutlich wie schon lange nicht mehr. Ein Blick auf die Stromherkunft im Dezember zeigt dreierlei:
Ohne Importe wäre es nicht gegangen
Im Dezember wurde gut jede vierte Kilowattstunde importiert: 1,6 von insgesamt 6 Terawattstunden Verbrauch (1 Terawattstunde = 1 Mrd. Kilowattstunden).
Der Hintergrund: Das Kernkraftwerk Gösgen steht seit dem 24. Mai 2025 still. Nach der üblichen jährlichen Revision waren zusätzliche Sicherheitsnachweise nötig – was die Inbetriebnahme verzögert hat. Ein zentraler Pfeiler der Schweizer Winterversorgung fiel damit genau in den kritischen Monaten aus.
Frankreich sprang ein
Umso wichtiger ist die gute Verfügbarkeit der französischen Kernkraft. Derzeit laufen 51 von 57 Reaktoren, der Grossteil der Schweizer Importe kam im Dezember aus Frankreich.
Etwas zugespitzt könnte man sagen: In diesem Winter wurde Gösgen faktisch durch ein französisches Kernkraftwerk ersetzt.
Starke Saisonalität des Solarstroms
Im Dezember lag der Anteil des Solarstroms bei 4 %. In den drei Sommermonaten 2025 waren es gut 20 % gewesen. Hier zeigt sich die starke Saisonalität dieser Stromquelle.
Fazit
Dank der engen Vernetzung mit Europa – über 41 Anschlussstellen – ist die Schweiz bislang glimpflich durch den Winter gekommen. Der Winter 2025/26 macht jedenfalls klar, welchen Wert ein integrierter europäischer Strommarkt für die Schweiz hat.
Quelle: Christoph Eisenring (LinkedIn)